40 Jahre Hausarztpraxis Büchenbacher Anlage

1. Rückblick, Dr. Helmut Jung

Es war einmal ein Weiler im dunklen fränkischen Wald  namens Buochinebah, der 1008 vom König Heinrich II dem Bistum Bamberg geschenkt wurde.
Damit die Geschichte nicht zu lang wird lasst uns  965 Jahre überspringen. Da begab es sich zu der Zeit im Jahre 1973, dass ein  vorexaminierter Apotheker und Sanitätssoldat nach der Grundausbildung sich aus dem Bistum Hildesheim aufmachte ins Universitätsstädtchen Erlangen,  um dort Medizin zu studieren. Damals hieß Buochinebah schon Büchenbach und war ein selbstständiges Dorf mit eigener Gemeindeverwaltung und Bürgermeister im Westen der Universitätsstadt.

Nach dem Medizinstudium absolvierte er seine Wehrdienstzeit als Stabsarzt  in Roth bei der Luftwaffe und als Musterungsarzt in Ansbach. Danach arbeitete er als Assistenzarzt in der Steigerwald Klinik in Burgebrach in der Chirurgie und auf der Inneren Abteilung. Nach einem Landarztpraktikum in Pegnitz und 6 Monaten Weiterbildung in einer Naturheilpraxis in Amberg, legte er die Facharztprüfung für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren ab.
Dann kam ein Anruf von der Fa. Vorrath, ob er bereit wäre, die neu entstehende Praxis neben der gerade eröffneten Mönau Apotheke zu übernehmen. Was dann auch geschah, obwohl ihm alle abrieten, diesen Schritt zu wagen.
Er startete dann am 01.07.1986 mit 0 Patienten und  Sabine Piefke, spätere Douglas, als Arzthelferin, damals hießen MFAs noch so. Sie schmiss den Laden allein, ich hatte von Organisation, Praxisabrechnung usw. keinerlei Ahnung und wäre ohne sie aufgeworfen gewesen. Damals konnte man von den Wartezimmerfenstern aus noch bis Kosbach schauen, da es keinerlei Bebauung bis dahin gab. Ferner gab es keinen Computer und ich führte eine Strichliste täglich für jeden Patienten, der neu kam und wie viele insgesamt. Rezeptköpfe und Überweisungen wurden mit einer Adressiermaschine beschrieben.

Nach 5 Jahren waren die Scheinzahlen im Quartal von 0 auf 1600 angestiegen und für einen Arzt zu viel, deshalb habe ich meine 1. Weiterbildungsassistentin zur Partnerin gemacht, und Frau Dr. med. Anke Lemmer und ich bildeten eine Gemeinschaftspraxis, wobei sie unser Praxisspektrum noch durch die klassische Homöopathie erweiterte. Nachdem sie Mutter wurde und die Kindererziehung sie in Anspruch nahm, wollte sie nur noch halbtags arbeiten, und wir nahmen Frau Stahlberger als Weiterbildungsassistentin und Vertretung auf.

Ein Zwischenspiel in der Praxis gaben noch Frau Dr. Bärbel Meltzer, die später ins Fach Neurologie wechselte und Frau Dr. Marion Maria Ruisinger, die im Fach Medizingeschichte habilitierte. Sie leitet zur Zeit als Professorin in Ingolstadt das medizinhistorische Museum.
Im Oktober 2001 verstärkte Frau Dr. Hoffmann Leygue unser Team dann zu einer 3er Gemeinschaftspraxis bzw. Praxisgemeinschaft.
Zunächst herzlichen Dank Euch, Anke und Anne und Christine, dass ich mit Euch zusammen arbeiten durfte und dass es doch eine harmonische Zusammenarbeit war, obwohl wir doch so unterschiedlich waren. Klar war uns immer, dass wir am selben Strang ziehen, und das Wohl unserer Patienten an erster Stelle stand. Wir begegneten uns auf Augenhöhe, mit Respekt und Toleranz.

Nun zum Praxisteam. Was Ihr geleistet habt und noch leistet ist großartig! Die tägliche Belastung mit sehr vielen – netten und weniger netten – Patienten, dauerklingelndem Telefon , 3 Chefs/Chefinnen, die unterschiedlicher  nicht sein könnten, ich sage nur Jalousien halbhoch, ganz hoch, Zimmertemperatur 30 Grad bzw. 18 Grad, Patienten alle 10 Min. oder 15 Min. einbestellen, und, und, und. Ich habe oft gedacht, was Ihr alles mit uns, den Patienten und den Vorschriften durchmachen und bedenken müsst an vielen Kleinigkeiten, ich hätte nach  einem Quartal gekündigt. Meine – und ich denke auch die Hochachtung meiner Kolleginnen – habt Ihr! Und ich entschuldige mich hier nochmals offiziell, dass wir es versäumt haben, Eure Leistung öfter zu loben und unsere Dankbarkeit auszudrücken.
Am 01.04.2017 war es dann soweit: Dr. Hans Helmut Jung konnte in Rente gehen, Frau Dr. Esra Onay-Ehrensberger übernahm seine Stelle, und er konnte endlich immer ausschlafen und mehr verreisen.

Danke für diesen Teil des Rückblickes, lieber Helmut!
Und speziell DANKE für den Mut, 1986 “am Ende der Welt” die Praxisgründung zu wagen und für die vielen tollen Jahre gemeinsam mit Dir in der Praxis!!!

40 jahre

2. Rückblick bis heute, Dr. Anke Lemmer

2019 haben wir die Praxisräume komplett neu gestaltet.

Kleine und größere Ausflüge gaben uns immer wieder Gelegenheit, dem tollen Team “danke!” zu sagen. Bei besonderen Anlässen fuhren wir gemeinsam für einige Tage nach Prag, Hamburg, Oslo, in die Berge und zuletzt nach Wien.

Eine schöne Tradition ist auch der “Bergdienstag” mit dem Erinnerungsfoto beim Schießen (Dr. Jung – mit Erfahrung vom Schützenverein – trifft immer!) und dem Wettstreit beim “Schifferennen” mit dem Team der Mönau-Apotheke.

Ein Highlight sind auch immer die Weihnachtsfeiern mit unterschiedlichem Programm vor und nach dem Essen und der Bescherung.

Die Pandemie muss noch erwähnt werden: die Zeit war auch für uns sehr herausfordernd, allein durch die vielen Vorschriften und das organisatorisch sehr aufwendige Impfen. Die Möglichkeit, unser Gesundheitsforum gegenüber als zusätzlichen Raum für die Infektsprechstunde zu nutzen, hat manches erleichtert.

Ein ganz großer Dank geht auch von mir nochmals an unser herausragendes Team! Geduld, Kompetenz und Freude bei der täglichen Unterstützung unserer Patientinnen und Patienten zeichnen jede einzelne MFA aus. Besonders hervorzuheben ist jedoch Frau Silvia Beck, die schon seit 36 Jahren immer den Überblick behält, jeden Namen kennt, sich auch sonst alles merken kann und – nicht nur – EDV-Probleme oft alleine löst!

2024 ging Frau Dr. Anne Hoffmann Leygue in Ruhestand und übergab an Frau Dr. Sandra Wildner.
Einige angestellte Ärztinnen halfen in den vergangenen Jahren tatkräftig mit bei der Patientenversorgung, auch ihnen gilt mein herzlicher Dank: Frau Dr. Johanne Wilhelm-Wrege, Frau Dr. Katrin Wiedenhöfer, Frau Dr. Julia Barth und Frau Dr. Sonia Petri, die ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin bei mir machte.
Im Juli 2026 zieht Frau Dr. Sandra Wildner um in die Innenstadt.

Das tolle kollegiale Miteinander der „Docs im Westen“ (Alterlangen, Büchenbach, Frauenaurach) möchte ich noch hervorheben, wir verstehen uns sehr gut, tauschen uns aus und helfen einander jederzeit bei Bedarf.

Jung und Lemmer

3. Ausblick, Dr. Anke Lemmer

Bis das neue Ärzteteam im Herbst dieses Jahres komplett sein wird, arbeite ich ganztags.

Frau Dr. Ulrike Rottenberger, eine erfahrene Hausärztin, unterstützt mich an zwei Vormittagen.

Samstags bietet Frau Dr. Lenka Bartholomè, Fachärztin für Innere Medizin (zur Zeit tätig in der Unfallchirurgie), ausgebildet in TCM, Akupunktur mit Moxa, Manueller Therapie sowie Osteopathie, eine Privatsprechstunde in unserer Praxis an.

Herr Dr. Martin Puthawala, ebenfalls ein erfahrener Facharzt für Allgemeinmedizin (und Anästhesie, zusätzlich ausgebildet in Manueller Medizin), kehrt im Sommer mit seiner Familie in sein Elternhaus in Erlangen zurück und wird langfristig mit mir wieder eine Gemeinschaftspraxis führen. In einigen Jahren kann er mein Nachfolger werden.

Von den vier Jahrzehnten habe ich 34 schöne, abwechslungsreiche und zuletzt herausfordernde Jahre in der Büchenbacher Anlage erlebt.

Ein ganz großer Dank gilt schließlich allen Patientinnen und Patienten, die unserer Praxis zum Teil schon vier Jahrzehnte die Treue halten! Es ist eine Freude für mich, oft mehrere Generationen einer Familie hausärztlich begleiten zu dürfen.

Auch in den kommenden Jahren werden wir uns – trotz gesundheitspolitisch erschwerter Bedingungen – gerne weiter um Ihre Gesundheit kümmern!